
Vom traditionellen Chemiestandort zum leistungsfähigen Industrieareal: Unternehmen, die mit alternativen Verfahren und Technologien vor allem auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe arbeiten, haben sich neben klassischen Chemie-unternehmen angesiedelt.
Die Umstrukturierung des Standortes Rudolstadt-Schwarza war eines der Hauptanliegen des Regionalen Entwicklungskonzeptes "Städtedreieck am Saalebogen". Das Gelände des traditionellen
Chemiestandortes Schwarza wird entwickelt zu einem modernen und umweltverträglichen Industrie- und Gewerbeareal. Es umfasst 108 Hektar.
Nach Abschluss der Altlastensanierung wurden die überalterten Ver- und Entsorgungssysteme erneuert. Sie entsprechen nach Fertigstellung neuesten umwelttechnischen Anforderungen. Der ehemalige
Chemiefaser-Großbetrieb wurde überführt in funktionsfähige Einheiten. So konnte zunächst ein Großteil der vorhandenen 2.000 Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Angesiedelt wurden:
- Kernbereiche der Polymer- und Faserchemieproduktion,
- produktionsorientierte Dienstleistungen und Forschungseinrichtungen,
- weitere Gewerbenutzungen.
Diese Firmen halten den Produktionsstandort international konkurrenzfähig. Hier hat sich insbesondere die Ansiedlung von BASF als Entwicklungsmotor erwiesen. Auf dem Gesamtstandort befinden
sich mittlerweile 56 Betriebe, so dass die angestrebte langfristige Sicherung von 2.500 Arbeitsplätzen realistisch erscheint. Innovative Forschungs- und Entwicklungsergebnisse sollen
gewährleistet werden durch das am Standort ansässige Thüringer Institut für Textil- und Kunststoffforschung (TITK)
Ansiedlungserfolge in diesem Forschungsfeld sind z.B. Betriebe in den Produktionsbereichen Alternative Zellstoffumformverfahren und Biofasersubstitute. Im Bereich „nachwachsende Rohstoffe"
(Hanf, Flachs) bestehen neue Perspektiven für die regionalen Landwirtschaftsbetriebe und für die Weiterverarbeitung. Ein weiterer Baustein in dieser Richtung ist die 2001 errichtete und
gemeinschaftlich von drei Agrarbetrieben bewirtschaftete BKK-Biodieselanlage. Hiermit wird die örtliche Nutzung regenerativer Energien befördert und die regionale Landwirtschaft durch ein
weiteres Erwerbsfeld gestärkt.
Die vorbildliche Entwicklungsstrategie zielt darauf, neue Produkte und Technologien auf Basis nachwachsender Rohstoffe zu entwickeln. Sie hat zur Anerkennung als "Weltweites Projekt" der EXPO 2000 geführt. Das Projekt trägt den Namen "Strukturwandel mit innovativen Werkstoffen aus nachwachsenden und polymeren
Rohstoffen". Rudolstadt - Schwarza stellt somit einen der vielen neuen Bausteine für die Welt von morgen dar.
Die LEG begleitete die Großansiedlung einer Papierfabrik. Die Produktion von Wellpappenrohware basiert auf der Verarbeitung von Altpapier über einen umweltfreundlichen Recycling-Prozess. Gekoppelt an die technischen Einrichtungen der Infrastruktur, wie
- Kraftwerk - KWK,
- anaerobe und aerobe Kläranlagentechnik,
- Biogasverwertung,
- Thermische Reststoffverwertung (http://www.zaso-tvs.de)
schließt sich der Kreis der standortbezogenen Stoffstrom- und Wertschöpfungskette. Im Sinne von Mensch-Natur-Technik werden in Rudolstadt-Schwarza Maßnahmen zur Verbesserung der
ökologischen Infrastruktur verknüpft mit einzelbetrieblichen Investitionen und Unternehmensentwicklungen.
Download Film:
"Die Chemie stimmt: Integrierte Standortentwicklung in Rudolstadt-Schwarza"
Ein Beitrag aus dem Jubiläumsfilm "10 Jahre LEG Thüringen"
» Eckdaten/Details zum Standort
» Standortexposè 2010 (pdf-Datei, 1,4 MB)
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